Krankmacher Mensch: Buch von Angelika Hischenhuber

Krankmacher MenschUnter dem Titel „Krankmacher Mensch: Warum Tierärzte nicht heilen, Ärzte nicht McDreamy sind, niemand Syrien sein will und die Antwort nicht 42 lautet“ veröffentlichte die Autorin Angelika Maria Hischenhuber ein kritisches Buch wie der Mensch sich selbst und andere Gattungen „krank macht“. Die Autorin wurde am Welttierschutztag in Wien geboren, erfüllte sich ihren Kindheitstraum und studierte Veterinärmedizin und leitete zwei Kleintierpraxen. Heute lebt sie als freie Autorin.

Sie schrieb unter anderem auch das BuchBurn-out beim Hund: Von gestressten Menschen, ausgebrannten Hunden, unfairen Methoden und Wegen aus der Krise“ in dem sie über die Erfahrungen mit einem adoptierten Zwingerhund mit der Diagnose „Burn-out“ aus dem Auslandstierschutz schrieb. Nach einem weiteren Buch „Burn-out bei Katzen: Trend oder traurige Wahrheit?“ kam ihr neustes Buch „Krankmacher Mensch“ Ende September in den Buchhandel.

Das Buch ist sehr vielschichtig, sodass wir die Autorin um eine Leseprobe baten, damit sich unsere LeserInnen einen Eindruck machen können. Erhältlich ist „Krankmacher Mensch“ im österreichischen und deutschen Buchhandel sowie auf Amazon (Link zum Buch).

Auszug aus dem Buch Krankmacher Mensch

hischenhuber
Buchautorin Angelika Maria Hischenhuber

(…) Saisonbedingt mit im Programm sind, falls gerade ein Land seine Straßen wegen Olympiaden oder sonstigen Veranstaltungen oder einfach nur so von Strassenhunden säubern möchte, (europaweit führen Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Bosnien, gefolgt von Kontinenten wie Asien oder  Großmächten wie Russland und Amerika), ein einzigartiges bestialisches Einfangen und grausames Hinrichten der Hunde. Die wenigen Überlebenden warten im Shelter halbtot und ohnmächtig vor Angst und Schmerzen auf ihre Exekution mit dem Tötungsmittel T61 oder Gas. Die meisten im Todeszwinger sterben ohnehin von selbst, gezeichnet vom Leben auf der Straße, sind  zu krank, zu jung oder zu alt, um im Todesshelter länger zu überleben. Sie sind zu schwach, um die Strangulation des Hundefängers mit der Metallschlinge um den Hals, während ihnen das Blut aus  Augen, Ohren und Nasenlöchern quillt und sie fast ersticken lässt, zu ertragen. Zu geschwächt, um den Stress im Todeslager noch zu überstehen.

Ich hoffe sehr für Dich, Wladimir Wladimirowitsch Putin, dass Dich einmal ein Suchhund rettet, falls Du beim Gletscherskifahren verschüttet wirst oder Dich ein Erdbeben erwischt. Wäre ich nämlich der Suchhund, würde ich Dich möglicherweise übersehen. Gleiches Unverständnis für Dich, Barack Obama, Hundebesitzer. Wie kannst Du tatenlos zusehen, dass in Deinem Land solche Dinge geschehen? Irgendwo in  Amerika, ein „Tierheim“ voller Hunde, abgeschoben, ungewollt, weggeworfen, ausgesetzt. Schöne, gesunde Hunde, alte, kranke, schwache Hunde,  Rassehunde und Mischlinge. Zwei Männer mit Schutzhandschuhen und Drahtschlingen. Käfigtüren werden geöffnet, Hunde gepackt und herausgezerrt. Weinende, schreiende wunderschöne Hunde. Manche vertrauensvoll, andere wissen bereits um den Tod der sie erwartet. Vor aller Augen werden sie in einen Container geworfen, alle auf einen Haufen, ein großer sanfter Hund schaut verwundert, alle anderen haben die Köpfe nach oben gerichtet, Richtung Freiheit, neue werden hineingeworfen, wahllos, planlos, an der Drahtschlinge um den  Hals, als wären sie gemeingefährliche wilde Bestien. Hundeaugen, die die Männer vertrauensvoll ansehen. Wie kann  jemand mit dieser Schuld leben? Dann ist die Box voll, der Deckel wird von oben geschlossen, Hunde schreien in Panik, die Hunde in den Käfigen draußen, die sehen zu, die hören alles. Gas fließt in die Box. Die Hunde in der Box ersticken qualvoll, langsam, grauenvoll. Sie schäumen im Todeskampf, versuchen kraftlos die Wände hochzuspringen; nichts was schnell geht, dieser Tod. Schmerzen, keine Luft. Langsames Ersticken bei lebendigem Bewusstsein. Boxdeckel auf, alle Kadaver in schwarzen Säcken entsorgt. Ab in die Kühlbox, Platz für die Nächsten.

Vergasen ist die grausamste Art jemand zu töten.

Woran erinnert Dich das?

T61 kommt gleich nach vergasen. Es ist ein Tötungsmittel, dass die Atmung lähmt, und falls nicht vorher eine Überdosis Barbiturat injiziert wurde, bekommt der Sterbende alles mit. Die schmerzhafte Injektion genauso wie den langen Todeskampf. Wieder tritt der Tod durch Atemlähmung und Ersticken bei vollem Bewusstsein ein.

Wie kannst Du Deinem Hund über den Kopf streicheln, Barack, wie kannst Du es Michelle und den Kindern erklären?

In unserem schönen Land, in ganz Europa,  ja auf der ganzen Erde, nimmt das Ausmaß der Hundevergifter, der Hundehasser und allgemein der radikalen (Genau, da ist es wieder, das Wort! Radikal! Und fanatisch!) Tierhasser und sadistischen Tierquäler  mit Lichtgeschwindigkeit zu. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Es kann in meinem Heimatland Österreich beispielsweise nicht an den Exkrementen liegen, die hierzulande durch Strafen und das „Sackerl fürs Gackerl“ so gut wie beseitigt sind, außerdem zahlen wir Hundesteuer und viele müssen einen Hundeführerschein ablegen. Fast täglich  sehe ich in Wien Männer allerorts ihren Harn abschlagen, sowie Damen als auch Herren der Schöpfung aller Altersklassen  zwischen Autos auf die Straßen scheissen oder sich auf Feld- und Waldwegen sowie neben nahegelegenen Gratis- WC-Autobahnstationen erleichtern. Die Straßen und Parks in Wien sind voll von gebrauchten Kondomen, infektiösen Nadeln, getragenen Unterhosen, Damenbinden, Plastikmüll, Zigarettenstummeln, Bierdosen, Kotze und anderem menschlichen Müll. Das kann es also nicht sein, ebenso wenig die Tatsache, dass Hunde in der Stadt ohnehin nur mehr mit Beißkorb und Leine zu führen sind und so gut wie  kaum mehr atmen dürfen. Macht’s irgendwo zweimal laut „Wau-wau“, kommt gleich vom freundlichen Nachbarn ein lautes „Kusch, Köter“ über den Zaun geschallt. Der Nachbar, der am sonntäglichen Morgen die Umtata-CD laut aufdreht, um die Umgebung ungewollt zu beschallen.  (Er ist übrigens Operettenfan. Elvis mag er auch). Der gleiche Nachbar, der Sinusitis hat, ständig laut durch die Nase rotzt und grünen schleimigen Auswurf  in den Vorgärten und auf den Straßen verteilt. Der Nachbar, der letztes Jahr mit dem Geländewagen in seiner Garage das Kätzchen, das sich dort versteckt hat, beim Einparken gleich zweimal überfahren hat, damit es auch wirklich tot ist.

Ist es die Lust aufs Quälen, die durch „Shades of Grey“ beim Volk angekurbelt wurde? Ist es der Kick, ein hilfloses Lebewesen leiden zu sehen um sich selbst stark zu fühlen, endlich einmal selbst jemanden zu unterjochen, seine Wut und seinen Frust auszulassen? Fühlen sie sich allmächtig oder gottähnlich, wenn sie Tiere töten und in der Erde verscharren?  Ist es Tradition, weil der alte Kaiser Franz Josef seinerzeit monarchiemäßig gerne tausende Tiere gejagt und erlegt hat, um ihre Geweihe und Schädel auf Schlosswänden zu drapieren und selbiges auch dem kleinen Kronprinzen Rudi nahelegte (der sich dann, welch Ironie, depressiv und ein klein wenig verrückt, gemeinsam mit Mary V. mittels Faustfeuerwaffe und des Bratfischs Hilfe auf Schloss Mayerling  ins Jenseits schoss)? Mag sein, dass er den alten kaiserlichen Vater und sein Kriegstrara samt der ständig abwesenden, hungernden Sissi-Mama  auch nicht mehr aushalten konnte.

Egal ob  Thronfolger Franz Ferdinand, den es selber kalt erwischte oder der verwandte Onkel, der so gerne am Schlachthof arbeitete und  auch gleichzeitig Jäger war, alle ballerten gerne mit Kugeln auf wehrlose Tiere. Genau wie der reiche Schnösel, den ich unlängst auf einer Zwangsveranstaltung traf, der damit prahlte, sich sein Fleisch selbst zu schießen.

Das alles stumpft mit der Zeit ab, sodass wir 365 Tage oder 4 Jahreszeiten lang gar nicht so richtig wahrhaben wollen, dass unser Essen auf langen Transportwegen, hineingeprügelt in LKW, Schiffe, Züge, ohne Pause, bei glühender Hitze und klirrender Kälte, ohne Schutz, ohne Wasser, ohne Futter oder die Möglichkeit sich hinzulegen oder auszuruhen, Tag und Nacht auf der Reise ist. Wozu auch. Es geht damit Richtung Schlachthof, tagelang, wochenlang, quer durch ganz Europa, oder Richtung Indien und noch weiter weg. Die Ware sollte möglichst noch lebend ankommen. Blöderweise friert sie oft lebendig an Ladeflächen fest, bekommt darin mit letzter Kraft im Gedränge stehend Kälber, saut alles an mit Blut und Eiter, trieft aus offenen Wunden von Schlagstöcken, Tritten oder Elektroschocks. Manchmal verdurstet oder verhungert die Ware auch auf Transportschiffen. Oft kippt bei Verkehrsunfällen der LKW um und dann trifft man schreiende, geschockte, verletzte Tiere auf der Autobahn, die ratzfatz abgeknallt  und dann irgendwo entsorgt werden. Die Ware ist dann wertlos, der Fahrer ist eh versichert. Und die EU subventioniert sowieso bei Ausfällen aller Art, egal ob Unwetter oder Unfälle, auch wenn der Stall abbrennt und die Schreie von tausenden brennenden Tieren durch das Land hallen. ( „Das furchtbarste waren die Schreie der sterbenden, brennenden, eingeschlossenen Schweine“, sagte neulich  der Feuerwehrmann im Interview, sagte auch die anrainende Bevölkerung. Trotzdem habe man es aus Sicherheitsgründen unterlassen, die angeketteten Tiere da rauszuholen.) Ein Fall für die Versicherung. Feuer aus, kalt abtragen, neu errichten. So einfach geht das in Tu felix Austria.

Das ist das Fleisch, das billige und auch das teure, das wir im Kühlregal finden, das wir essen und das uns krank macht. Dazu brauchen wir keine Studien. (…)

Der Auszug wurde uns freundlicherweise von der Autorin Angelika Hischenhuber zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

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