Zeckenzeit: Gefahr für Hunde durch Zecken vom Frühling bis Herbst

Zeckenzeit
Gefahr durch Zecken für Hunde und Katzen

Hunde bleiben auch im Herbst durch Zecken gefährdet. Je nach Entwicklungsstadium entwickeln Zecken in dieser Jahreszeit geradezu einen „Heißhunger auf eine letzte Blutmahlzeit“. Finden Zecken nämlich jetzt keinen Wert, werden diese den Winter nicht überleben. Aus diesem Grund ist bei Herbstspaziergängen mit dem Hund Vorsicht geboten. Auch in Gärten sind Zecken oft in einer hohen Zahl anzutreffen, wie sie sonst nicht einmal im Wald zu finden sind.

Lebenszeit der Zecken

Zecken benötigen für ihre Entwicklung mindestens drei Blutmahlzeiten. Die Larven saugen an kleineren Tieren (1. Wirt), fallen dann ab und entwickeln sich zu Nymphen. Diese saugen an größeren Tieren, seltener auch an Menschen (2. Wirt), verlassen diese und erreichen das Adulten-Stadium. Adulte suchen sich als Wirt größere Tiere oder den Menschen. Auf diesem 3. Wirt paaren sich die Zecken, die vollgesogenen Weibchen fallen ab und legen in der Umgebung ihre Eier ab, aus denen wiederum die Larven schlüpfen. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Jetzt noch schnell eine kleine Blutmahlzeit. Auch im Herbst liegen Zecken auf der Lauer, um ihr Überwintern zu sichern.

Krankheiten durch infizierte Zecken

Ein Zeckenstich ist mehr als nur lästig oder unangenehm. Infizierte Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Die am besten bekannte und wichtigste ist die Borreliose, die in Deutschland und Österreich flächendeckend vorkommt. Überträger dieser Krankheit ist der Holzbock. Nach Schätzungen sind stellenweise bis zu 50 Prozent dieser Zecken mit Borrelia-Bakterien infiziert. Diese breiten sich nach dem Zeckenstich über den Blutkreislauf im gesamten Körper des Wirtstieres aus und können Organe, Gelenke und das Nervensystem befallen.

Borreliose

Borreliose ist zudem die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung beim Menschen. Experten sprechen inzwischen von 60.000 bis zu 100.000 jährlichen Erkrankungen. Eine Impfung für den Hund gegen Borreliose ist möglich. Für Menschen und auch Katzen gibt es diesen Schutz nicht.

Eine Krankheit, die bei Hunden zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Babesiose, auch unter dem Begriff „Hundemalaria“ bekannt.

Babesiose – Hundemalaria

Überträger der Babesiose ist neben der Auwaldzecke die Braune Hundezecke. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und kann sich nur bei warmen Temperaturen vermehren. In beheizten Räumen kann diese Zeckenart aber auch bei uns überwintern. Verglichen mit den von unserer heimischen Zecke übertragenen Erregern, wie den FSME-Viren und Borrelien, sind die durch Auwaldzecken übertragenen Babesien für den Hund viel gefährlicher. Die Krankheit beginnt circa eine Woche nach Zeckenstich mit hohem Fieber. Nicht immer wird diese rechtzeitig als Babesiose erkannt und behandelt. Die Folge sind Gelbsucht und Blutarmut. Laut Professor Dr. Eberhard Schein, Parasitologe an der Freien Universität Berlin, sterben die Hunde in der Regel nach etwa zehn Tagen.

Erschwerend kommt bei dieser Krankheit dazu, dass es beispielsweise in Deutschland keine Medikamente gegen die Babesiose gibt. Tierärzte müssen sich die Arznei über eine internationale Apotheke besorgen. Bis das Medikament dann aber da ist, kann es für den Hund oft zu spät sein.

Diese und weitere Infektionskrankheiten gehören zu den so genannten Vektor-übertragenen Erkrankungen (Vector-borne Diseases, abgekürzt VBDs).

Zecken entfernen

Werden Zecken auf dem Hund entdeckt, sollten diese umgehend entfernt werden, um eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Denn je länger eine Zecke Blut saugt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Erreger übertragen werden.

Sind diese Krankheiten erst einmal ausgebrochen, ist eine Therapie häufig schwierig. Vorbeugung ist deshalb das Mittel der Wahl.

Zeckenschutz

Für einen Zeckenschutz stehen relativ zuverlässige Präparate zur Verfügung. Sie wirken jedoch nur sicher, wenn sie regelmäßig und ganzjährig aufgefrischt werden. Für die Behandlung sollten ausschließlich Zeckenschutz-Präparate angewendet werden, die für Hunde zugelassen sind! Viele Hundefreunde sind natürlich und zurecht auch sehr skeptisch, wenn ihre Hunde mit chemischen Mitteln gegen Zecken in Berührung kommen.

Eine fühzeitige Prophylaxe gegen Zecken kann so einen guten Schutz bieten. Zu empfehlen sind Wirkstoffe mit einer Zweifachwirkung.

Anti Zecken Wirkstoffe

  1. Abschreckung der Zecken und Mücken durch die so genannte Repellentwirkung. Diese wirkt wie unsichtbares Moskitonetz und schützt so den ganzen Hund. Normalerweise gegen weit über 90 Prozent vor Zecken, Mücken und Flöhen. Sollte eine Zecke doch auf das Fell des Hundes gelangen, wird diese durch die Repellentwirkung so abgeschreckt, dass sie so schnell wie möglich vom Hund flüchtet.
  2. Abtöten der Zecken durch insektizide und akarizide Wirkung.

Kaufäig werden diese Stoffe als Spot-on-Produkte an einem oder mehreren Punkten auf die Haut des Hundes geträufelt. Sie verteilen sich dabei selbsttätig, dringen in die obere Hornhaut des Hundes ein und schützen ihn so über mehrere Wochen. Da sie fett-, aber nicht wasserlöslich sind, vermindert auch gelegentliches Schwimmen, Baden oder Regen die Wirkung nicht. Erst nach Wochen verlieren sie durch Schuppung der Haut ihre Wirkung und müssen erneut aufgetragen werden. Alternativ können auch entsprechende Halsbänder mit Repellentwirkung genutzt werden.

Lesenswertes zum Thema Zeckenschutz:

Zecken beim Hund: Vorbeugen, Krankheiten und Entfernung

www.hundund.de/archiv/hunde-vor-zecken-schuetzen-zeckenmittel-zeckenkrankheiten-197.html

Bild: obs/Bundesverband für Tiergesundheit e.V./Grafik: BfT

Quelle:Bundesverband für Tiergesundheit e.V, Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e.V.

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