Hunde werden immer älter: Altersbedingte Krankheiten nehmen zu

Altersbedingte Krankheiten beim Hund

Untersuchungen habe gezeigt, dass bei Hunden ab dem sechsten Lebensjahr die Zahl der Krankheiten zunimmt. In diesem Fall sprechen die Tierärzte von Multimorbidität oder Mehrfacherkrankungen. Die Ursachen für Alterserkrankungen bei Tieren sind vielfältig: Körperfunktionen nehmen in ihrer Leistungsfähigkeit ab und die Empfänglichkeit für Krankheiten nimmt entsprechend zu. Auch die Genesung kann länger dauern. Zudem gibt es typische Alterserkrankungen, die zwar nicht mehr zu heilen, aber durchaus zu lindern sind. Es können aber grundsätzlich nahezu alle Organ- und Funktionssysteme betroffen sein.

Ursachen für Multimorbidität im zunehmenden Alter

  • Krankheiten, die in jedem Alter auftreten können
  • Krankheiten die vorzugsweise im Alter auftreten
  • Krankheiten, die in jüngeren Lebensabschnitten aufgetreten sind, nicht ausgeheilt wurden und daher chronisch geworden sind.

Einen maßgeblichen Einfluss auf den Alterungsverlauf bei Hunden sind die Größe und Rasse des Vierbeiners. Große Rassen erreichen ein geringeres Durchschnittsalter als kleine. Kleinere Hunderassen sind mit etwa elf Jahren und große Rassen mit sieben Jahren alt. Tierhalter die es mit ihren Hunden zu gut meinen und zu viel füttern, riskieren das ihr Hund als Risikopatient früher stirbt. Darüber hinaus gibt es auch noch individuelle, spezies- oder rassespezifische Faktoren für eine erhöhte Krankheitsbereitschaft.

Wie kann ich erkennen ob mein Tier alt ist?

  1. Die Aufnahme und Verdauung von Futter wird für den Vierbeiner schwieriger weil, das Gebiss schlechter wird und Magen und Darm langsamer arbeiten. Leber und Nieren sind weniger belastbar.
  2. Die Fitness lässt nach, weil die Muskeln schwächer werden, Gelenkverschleiß auftritt, die Herzleistung abnimmt und chronische Atmungsprobleme auftreten können.
  3. Die Sinneswahrnehmung (Geruchsinn, Gehör, Sehfähigkeit, aber auch das Erinnerungsvermögen) nach lässt.
  4. Ältere Tiere sind anfälliger für Tumorerkrankungen und hormonell bedingte Probleme.

Vorsorgeuntersuchungen für Hunde

Vorsorgeuntersuchungen durch den Tierarzt bieten die beste Möglichkeit, altersbedingte Krankheiten zu diagnostizieren und mit der Behandlung rechtzeitig zu beginnen. Regelmäßige Untersuchungen sollten ab dem Eintritt in die Seniorenphase des Hundes durchgeführt werden. Tierärzte geben bei solchen „Alterschecks“ auch Informationen für eine gesunde Fütterung und Ernährung, die auf das Alter des Tieres abgestimmt sind. Dies ist besonders für übergewichtige tierische Risikopatienten relevant.

Dazu zählen:

  1. Klinische Untersuchung des Tieres mit Gewichtsbestimmung
  2. Blutuntersuchung (am nüchternen Tier): Gesundheitsprofil eventuell mit Hormonuntersuchung
  3. Harnuntersuchung, möglichst aus frischem Morgenurin
  4. Blutdruckmessung
  5. Weiterführende Untersuchungen wie EKG, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung

Ziel dieser Untersuchungen bei Hunden ist es, Krankheiten frühzeitig aufzudecken und sie im Frühstadium zu behandeln, sowie Schmerzen und Unwohlsein für das Tier so weit wie möglich zu beseitigen.

Schilddrüsenerkrankungen beim Hund

Die Hyperthyreose bezeichnet eine Unter- beziehungsweise Überfunktion der Schilddrüse. Beim Hund gehört die Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) zu den häufigsten endokrinen Erkrankungen und tritt meist im Alter von sechs bis acht Jahren auf. Betroffen sind vor allem, aber nicht ausschließlich, große Hunderassen.

Sowohl die Hypo- als auch die Hyperthyreose sind mit Medikamenten behandelbar. Angepasste Diäten können den Heilungsverlauf unterstützen.

Hunde-Alzheimer: Demenz beim Hund

Bei der Therapie demenzkranker Menschen leisten Hunde oft unschätzbare Dienste. Aber auch unsere vierbeinigen Freunde können an geistigem Verfall erkranken. Umgangssprachlich spricht man dann von Hunde-Alzheimer, die medizinische Diagnose lautet kognitive Dysfunktion, kurz CDS.

Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns. Betroffen von dieser Erkrankung sind:

  • Mehr als 20 Prozent der Hunde, die älter als neun Jahre sind.
  • 68 Prozent der Hunde im Alter von mehr als 15 Jahren.

Hunde-Demenz erkennen

Hunde-Demenz kommt schleichend und äußert sich in vielen unterschiedlichen Symptomen, die zunächst nicht eindeutig zuzuordnen sind. Deshalb ist es relativ schwierig diese Krankheit an seinem Hund zu erkennen. Erkrankte Tiere wirken beispielsweise orientierungslos und sind nicht mehr mehr so Lebhaftigkeit wie gewohnt. Sie leiden an Schlafstörungen, lernen schlechter, sind ängstlich, manchmal sogar aggressiv. Oft ist ein demenzkranker Hund nicht mehr zuverlässig stubenrein. Für viele Hundehalter kann es schmerzlich sein, wenn der treue Wegbegleiter kein Interesse mehr an den gewohnten Streicheleinheiten zeigt.

Gründliche Anamnese

Es gibt keinen Test auf Hunde-Demenz, mit dem sich eine Diagnose eindeutig stellen lässt. Dazu ist eine gründliche Anamnese nötig. Das bedeutet, die Leidensgeschichte des Hundes muss minutiös zusammengetragen werden. Der Tierhalter und seine Beobachtungen sind dabei von großer Bedeutung.

Der Tierarzt wird bei Verdacht oder bereits im Rahmen der regelmäßigen Altersvorsorge, den Hund auf Herz und Nieren untersuchen, um körperliche Gebrechen aller Art auszuschließen.

  • Ist der Hund vielleicht deshalb orientierungslos, weil Seh- oder Hörkraft einfach nachlassen?
  • Ist die ungewohnte Müdigkeit möglicherweise Folge einer Herzerkrankung?
  • Liegen andere Beeinträchtigungen vor?

Mit dem Ausschließen von Krankheiten kommt der Tierarzt schrittweise der Demenz beim Hund auf die Spur.

Therapiemöglichkeiten bei Demenz

Die Therapiemöglichkeiten bei Demenz sind beschränkt, heilbar ist die Alterskrankheit nicht. Mit speziellen Medikamenten lassen sich die Symptome jedoch abschwächen, bei rechtzeitiger Diagnose der Krankheitsverlauf sogar verzögern.

Bei der Betreuung eines demenzkranken Hundes spielt der Tierhalter die größte Rolle. Er muss seinen Hund im vertrauten Umfeld vor unnötigem Stress schützen. Leichtes, nicht überforderndes mentales Training unterstützt den Hund. Auch werden kurze, dafür häufigere Spaziergänge vom Hund als angenehm empfunden. Bei allem, was man für den vierbeinigen Freund unternimmt, gilt: Die richtige Mischung macht es – Routine gibt Sicherheit und Ungewohntes aktiviert.

Weitere Infos zum Thema Demenz bei Hunden

www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/alter-hund-demenz-erkennen-und-verstehen

www.hundkatzepferd.com/archive/986057/Das-kognitive-Dysfunktionssyndrom-senile-Demenz-beim-Hund.html

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Titelbild: BfT/Andrea Klostermann

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