Tierpark Enghagen geschlossen: Tierschutzverein bietet Hilfe

Nach dem aus vom Tierpark Enghagen in Roßleithen bei Windischgarsten bietet der österreichischer Tierschutzverein seine Hilfe an. Die Tiere sind zwar noch im Gehege, ein Abrissbescheid der Gemeinde hat dem beliebten Ausflugsziel in Roßleithen inder Pyhrn-Priel-Region ein plötzliches Zusperren beschert.

Laut orf.at ist durch eine Anzeige des Pächters gegen die Besitzer des Tiergartens bekannt geworden, dass Bauobjekte im Gehege ohne Bewilligung errichtet worden sind. Für die Besitzer liegt die Schuld beim Pächter. Diese verpachteten laut eigenen Angaben den Tierpark Enghagen „leider nicht an die richtige Person“. Der Tierpark soll innerhalb von sechs Jahren total abgewirtschaftet worden sein.

Der von Josef Streicher privat geführte Wild- und Erlebnispark Enghagen wurde 1984 errichtet. Er erstreckt sich über 20 Hektar und beherbergt etwa 400 Tiere von 62 Tierarten.

Der Österreichische Tierschutzverein, bekannt für seine allgemeine Kritik gegen Zootierhaltung, hatte sich in der Vergangenheit öfters zum  Wildpark Enghagen geäußert und möchte nun im Sinne der Tiere hier seine Hilfe anbieten. Domestizierte Tiere wie Ziegen, Schafe, Lamas oder Kaninchen könnten auf seinen „Franz von Assisi-Höfen“ ein artgerechtes und liebevolles neues Zuhause finden. Bereits im Jahr 2006 rettete der Verein 268 Tiere aus dem Safaripark Gänserndorf bei dessen Schließung vor dem Tod.

Die Wildtiere ohne internationale Artenschutzpapiere (CITES), können ohne Papiere nicht in andere Tierparks gebracht werden. Deshalb fordert der Österreichische Tierschutzverein die Behörden nun auf, hier schnell zu handeln und diese Tiere zu beschlagnahmen, sodass die Tiere vermittelt werden können.

Weitere Reaktionen zur Schließung des Tierpark Enghagen

Die Orgination EndZOO wirft den örtlichen Behörden jahrelanges Versagen vor. und fordert die Behörden auf, die Tiere sofort zu beschlagnahmen und in seriöse und tierschutzgerechtere Einrichtungen zu vermitteln. EndZOO bietet laut eigenen Angaben aufgrund jahrelanger Zoo-Erfahrung den Behörden bei Beschlagnahmung auch Hilfe zur Weitervermittlung an.

Die gesundheitliche Situation eines jungen Kamels soll beorgniserregend sein: Am 12. Juni wurde das junge Kamel in einem Holzschlag entdeckt. Offenbar war es seit Wochen dort untergebracht, schrie Tag und Nacht und war total abgemagert. Nach Protesten wurde das Kamel in eine andere Scheune verbracht. Noch immer soll das Tier in schlechtem Gesundheit- und Allgemeinzustand sein. Die Tierschützer fordern Amtstierärztin Pirker heute ebenfalls auf, das Kamel sofort zu beschlagnahmen und tierärztlich zu behandeln.

Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht meint dazu

Offenbar waren die Behörden viele Jahre blind und untätig, sonst stünden der Wildpark und die Tiere heute nicht vor dieser scheinbar ausweglosen Situation. Da wurden im Wildpark Tiere ohne CITES-Papier angeschafft, illegal Gehege gebaut, Baumängel nicht gesehen und keine Auflagen zur Beseitigung erteilt. Dass jetzt Betreiber und Besitzer mit ihren Problemen allein gelassen werden, ist unhaltbar und fast schon skandalös. Die Behörden müssen sofort für das Wohlergehen der Tiere handeln.

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